Passende Dämmplatten fürs Steildach
objektbezogen nach ZVDH

Mit wenigen Angaben ermitteln Sie, ob eine regensichere Gutex Unterdeckplatte als Zusatzmaßnahme genügt — oder ob eine zusätzliche Unterdeckbahn erforderlich ist.
Anwendungs-Check als Unterdeckung

Genügt die Unterdeckplatte?

In drei Angaben zur ZVDH-Klasse der regensichernden Zusatzmaßnahme — und zur Antwort, ob unsere regensicheren Unterdeckplatten ohne separate Unterdeckbahn genügen. Nach ZVDH-Regelwerk, Stand 04.2024.

(DN) Dachneigung am Gebäudeab 10°
(RDN) Regeldachneigung der Dacheindeckung
Ankreuzen bei mindestens einer dieser Situationen:
  • Sparrenlänge > 11,50 m (ab 15 m: objektspez. Planung)
  • konzentrierter Wasserlauf (z. B. unter Fallrohren, Kehlen)
  • besondere Dachflächen (geschweifte Gauben, Tonnen-, Kegeldächer)
  • schneereiche Gebiete (Schneelast ≥ 1,5 kN/m²)
  • Windlastzone 4, Kamm-/Gipfellagen, Schluchtenbildung
Hinweis oben bestätigen, um die Eignung anzuzeigen.

Sie haben eine produkt- oder verarbeitungstechnische Frage zu den Gutex Holzfaserdämmlösungen? Unsere Anwendungstechnik berät Sie gern!

Abkürzungen & Begriffe

DN — Dachneigung (Neigung der Dachfläche in Grad).

RDN — Regeldachneigung: vom Deckungshersteller vorgegebene Mindestneigung der Eindeckung; Bezugsgröße für die ZVDH-Anforderungen.

ZVDH — Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks; Herausgeber des maßgebenden Regelwerks (hier Stand 04.2024).

Klasse 1–5 — ZVDH-Klassen der regensichernden Zusatzmaßnahme. Niedrige Zahl = höhere Anforderung: Klasse 1/2 verlangen eine Unterdeckbahn, ab Klasse 3 und 15 grad Dachneigung genügt die regensichere Unterdeckplatte allein.

Erhöhte Anforderung — ZVDH-Kriterien, die eine Stufe strenger einordnen (große Sparrenlänge, konzentrierter Wasserlauf, besondere Dachformen, Schnee- bzw. Windlasten).

UDB — Unterdeckbahn. Zusätzliche Bahn, die die Wasserführung übernimmt, wenn eine Unterdeckplatte allein nicht genügt.

UDP — Unterdeckplatte. Regensichernde Platte, die unter der Dacheindeckung angeordnet wird.

λD / λB — Bemessungs- bzw. Nennwert der Wärmeleitfähigkeit. Niedriger = besser dämmend.

kPa — Kilopascal; Einheit der Druckfestigkeit (Druckspannung bei 10 % Stauchung, CS(10)). Höher = belastbarer.

Sparrenachsmaß — maximal zulässiger Achsabstand der Sparren, über den die Platte (je nach Dicke) frei spannen darf.

HW4 / HW5 — Hagelschutzklasse (Hagelwiderstandsklasse, TÜV-geprüft); HW5 ist die höchste Stufe.

Warum verbessert hohe Rohdichte den sommerlichen Wärmeschutz?

Sommerlicher Wärmeschutz heißt: die Tageshitze von außen soll innen möglichst abgeschwächt (Amplitudendämpfung) und zeitlich verzögert (Phasenverschiebung) ankommen — idealerweise erreicht der Hitzepeak den Raum erst nachts. Maßgeblich dafür ist die Wärmespeicherfähigkeit der Schicht, also die volumenbezogene Wärmekapazität ρ · cp (Rohdichte × spezifische Wärmekapazität).

Holzfaser hat ein hohes cp (~2100 J/(kg·K)). Je höher zusätzlich die Rohdichte ρ, desto mehr Wärme nimmt jeder Zentimeter Platte auf, bevor er sich selbst erwärmt — die Wärme „staut“ sich in der Schicht und wandert langsamer nach innen. Formal sinkt mit steigender Rohdichte die Temperaturleitfähigkeit a = λ / (ρ · cp): die Temperaturwelle breitet sich träger aus, kommt später und gedämpfter an.

Deshalb bringen die dichteren Platten (Multiplex-top ~220, Ultratherm ~180 kg/m³) je Millimeter den höheren sommerlichen Hitzeschutz. Der Sommervorteil liegt in der Speichermasse, nicht im U-Wert.

Ohne Gewähr

Vom ZVDH-Regelwerk abweichende Herstellerangaben zur RDN sowie ggf. erforderliche Zusatzmaßnahmen sind mit dem Dacheindeckungshersteller abzustimmen. Die UDP-Eignung gilt vorbehaltlich der jeweiligen Verarbeitungs- und Zulassungshinweise.

Tool-Stand 06/2026 · Datenbasis ZVDH 04.2024